Perfekte Niederlage für die deutsche Elf
01.03.2012, 07:45 Uhr
Auf geht’s Männer: Die Niederlage gegen Frankreich kommt zum richtigen Zeitpunkt. (Quelle: dapd)
Auf geht’s Männer: Die Niederlage gegen Frankreich kommt zum richtigen Zeitpunkt. (Quelle: dapd)
Aus Bremen berichten Thomas Tamberg und Jörg Runde
Das Fazit des Bundestrainers war unmissverständlich: “Frankreich hat verdient gewonnen.” Und ja, Joachim Löw hat sich über die 1:2-Pleite der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich geärgert. Zumindest öffentlich. Dabei ist eine Niederlage zu diesem Zeitpunkt nichts Ungewöhnliches. Und mit Blickrichtung auf die EM 2012 in Polen und der Ukraine, dürfte sie Löw sogar in die Karten gespielt haben. Mit anderen Worten: Die Pleite gegen die Équipe Tricolore kam genau zum richtigen Zeitpunkt.
Nach den Fußballfesten gegen Brasilien (3:2) und zum Jahresausklang gegen die Niederlande (3:0) hat die Niederlage gegen Frankreich Fußball-Deutschland wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nach der Nacht von Bremen dürfte jedem klar sein, dass das Unternehmen Titelgewinn im Juni kein Selbstläufer wird.
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Das deutsche Mittelfeld bleibt blass. In der Abwehr kann Ersatzmann Aogo keine Punkte sammeln. Nur Torwart Wiese erreicht Normalform. zur Einzelkritik
Verein steht im Blickpunkt
Überrascht über die Pleite dürften die Fußball-Experten dennoch nicht sein. Zu diesem Zeitpunkt der Saison steht der Verein im Mittelpunkt. Auf der Zielgeraden der Saison geht es allmählich ans Eingemachte. National und international kämpfen die Klubs mit allen Mitteln um der Erfüllung ihrer Ziele. Da muss sich auch mal die Nationalmannschaft unterordnen. “Der Termin lag ungünstig”, gab Thomas Müller offen zu.
Während Frankreich nach dem WM-Desaster immer noch um die Gunst der eigenen Fans kämpfen muss und sich daher keine Laschi-Auftritte erlauben kann, können es die DFB-Stars bereits etwas gemächlicher angehen lassen. Der Kader steht weitestgehend fest, die spielerische Klasse wurde bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt, also muss man nicht in jedem Zweikampf die Gesundheit aufs Spiel setzen.
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Ballacks letzter Auftritt
Ähnlich war es 2010 gegen Argentinien. Auch damals ging das erste Spiel des Jahrs in München mit 0:1 verloren. In einer schwachen Partie gab am 3. März ein gewisser Thomas Müller sein Nationalmannschaftsdebüt. Und ein gewisser Michael Ballack führte zum letzten Mal die DFB-Elf aufs Feld.
Auch im Vorfeld der WM 2006 ging das erste Testspiel im WM-Jahr voll in die Hose. Unter Jürgen Klinsmann verlor die deutsche Elf in Italien mit 1:4 und in der Heimat stand der Nationaltrainer kurz vor dem Welt-Turnier heftig in der Kritik. “Der soll hierherkommen und nicht ständig in Kalifornien rumtanzen und uns hier den Scheiß machen lassen”, polterte damals Uli Hoeneß.
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Löw ärgert sich
So schlimm ist es um das DFB-Team dieses Mal nicht bestellt. Im Gegenteil: Gegen Frankreich fehlten mit Lukas Podolski, Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Per Mertesacker fünf wichtige Säulen. Und der Auftritt war dennoch wesentlich inspirierter als vor der WM gegen Argentinien. Aber: “Es war ein bisschen undiszipliniert”, gab Müller einen gewissen Schlendrian zu.
Daher kommt Löw die Niederlage nicht ungelegen. Sie schärft die Sinne bei den Spielern und senkt ein wenig die Erwartungshaltung der Fans. Ohne harte Arbeit wird es nicht gehen. Das ist die Message von Bremen. Etwas besseres hätte Löw nicht passieren können. So paradox es klingen mag: Die Chancen auf den EM-Titel sind nach der 1:2-Niederlage gegen Frankreich eher gestiegen.
Defensive muss besser werden
Mit so einer Darbietung in der gesamten Defensive, da sind sich alle im Lager des DFB einig, wird es nichts mit dem 4. EM-Titel. Löw mahnte deshalb bereits jetzt: “Da müssen wir was tun mit Blick auf die EM.”
via EM 2012: Perfekte Niederlage für die Nationalmannschaft.












